DER SEXVAMPIR

Skelett mit schwarzer Kapuze (klopft mit Sense auf den Boden): Ruhe! Ruhe, verdammte Scheiße aber auch! Haltet die Fressen! Jetzt seid doch mal…. RUHE! … Danke, also, wie wir alle wissen, hat es einen bestimmten Grund, dass wir hier sind. Kommen wir also zur Abstimmung. Wer stimmt für…

Troll (verwirrt): Ich nix wissen von Grund.

Fee (nickend): Mir wurde er auch nicht mitgeteilt.

Alle (außer Skelett): Mir auch nicht.

Skelett (setzt sich, wütend): Ich hab es auf die Einladung geschrieben, zur Hölle noch mal!

Hexe: Wer liest denn bitteschön eine Einladung zu Ende?

Skelett (noch aufgebrachter): Jeder!

Hexe (lachend): Nein, niemand. Steht doch eh immer dasselbe drin. „An dem und dem Tag um soundso viel Uhr bitte ich Sie mein Gast… blablabla.” Niemand liest den Blödsinn zu Ende.

Skelett (bockig): Aber verkleidet habt ihr euch alle und das stand ganz am Ende. GANZ AM ENDE der Einladung stand, dass ein Kostüm wünschenswert ist.

Vampir (lispelnd): Ja, ffchon, lieber Herr Tod. Aber eff war fett gedruckt.

Troll: Was er sagen haben?

Fee (liebenswürdig): Er sagte: ‚Ja, schon, lieber Herr Tod. Aber es war fett gedruckt.’

Hexe (stichelnd): Zieh deine Zähne ein, Spitzzahn, man versteht dich nicht.

Vampir: Mifftfftück.

Alle (außer Vampir): Was?

Vampir: Leckt mich doch!

Ghul: Gerne!

Vampir (angeekelt): Du nicht! Du ernährfft dich von Auffffcheidungen der Menschen!

Ghul (ergänzend): Und der ihrer Leichen und von den Leichen selbst.

Hexe: Hör mal, Spitzzähnchen, ich glaube nicht, dass du dir anmaßen kannst über die Essgewohnheiten anderer zu urteilen. Wenn der Ghul auf Scheiße, Pisse, Fotzensaft, Kadaver und Sperma steht, sollest du mit deinem Bluttick die Klappe halten.

Elf (teilnahmslos): Ich esse gar nichts.

Fee (seufzend): Ist er nicht toll?

Hexe: Wow, er isst nichts. (rollt mit den Augen) Gaanz toll.

Elf (an Hexe gewandt): Hexe!

Hexe: Ja?

Skelett (immer noch bockig): Menno, ich musste bei acht Einladungsdruckereien nach dem passenden Druck suchen und niemand liest die Karte überhaupt. Ihr seid so gemein! Und jetzt streitet ihr auch noch! Das ist meine Party, ich will, dass sich alle lieb haben!

Vampir: Du weifft ffchon, daff wir böffe ffind, oder?

Troll: Was du sagen?

Fee (lieblich): Denkt dir für jedes „ff” ein S.

Troll: Ich nicht lesen können.

Zauberer (ungeduldig): Warum sind wir hier, Tod?

Skelett (seufzend): Wir wollen über den hundertjährlichen Halloweenpreis abstimmen. Stand in der Einladung.

Troll (eingebildet): Ich das beste Kostüm haben.

Zwerg: Achja? Du gehst als Troll!

Troll: Ja, niemand als Troll gehen. Trollkostüm brillant.

Zwerg: Es geht auch niemand außer mir als Zwerg, ist mein Kostüm jetzt brillant?

Troll (überfordert): Hä?

Skelett (quengelnd): Niemand hat sich richtig verkleidet!

Hexe: Doch, ich. Ich gehe als Zauberin.

Zauberer: Mieses Kostüm.

Hexe: Geh du wieder mit deinen Tränken spielen, du Greis!

Zauberer: Ich bin kein Greis. Ich bin jünger als du!

Hexe: Aber ich sehe zumindest nicht aus wie dreihundert!

Vampir: Ich ffehe auch nicht so auff.

Hexe: Halt dein Maul, Spitzzähnchen. Mit dir redet keiner!

Elf (teilnahmslos): Ich bin vierzehntausend Jahre alt.

Hexe, Zauberer (abschätzig): Ganz toll.

Vampir (abwertend): Ganff toll.

Fee (begeistert): Ganz toll!

Kobold (an Zwerg gewandt): Finger weg von meinem Gold! Mein Gold. Ganz allein meins!

Zwerg (schnell): Ich hab dein Gold gar nicht angerührt.

Zauberer: Ich kann Blei in Gold verwandelt.

Hexe (abfällig): Ich auch. Ich kann auch meine Popel in Gold verwandeln und brauche nicht mal diese bescheuerten Tränke, die du immer braust. Außerdem schuldest du mir noch vier Molchaugen.

Zauberer: Wofür brauchst du die denn, wenn du nur mit Worten (wedelt mit den Händen in der Luft) zaubern kannst?

Hexe (verschränkt die Arme unter der Brust): Es geht ums Prinzip.

Zwerg (neidisch): Warum hat der Kobold Gold und ich nicht?

Kobold: Meins!

Skelett (jammernd): Ich wusste, dass es eine schlechte Idee war. Meine Frau hat mich gewarnt, euch alle einzulanden. Aber ich wollte ja nicht hören. „Lass das”, hat sie gesagt. „Das bringt nur Unglück”, hat sie gesagt. „Du sollst deine Wäsche wegräumen”, hat sie gesagt…

Zwerg (einschmeichelnd): Nur ein Gramm, bitte, lieber Kobold.

Troll: Ich wollen haben Halloweenpreis. Ich haben bestes Kostüm.

Hexe (genervt): Es geht nicht ums Kostüm, Mr. IQ. Es geht hier um die Kategorie „Wer hat die Menschen im letzten Jahrhundert am meisten wahnsinnig gemacht”.

Troll (hebt Faust gegen Skelett): Ich dich zerschmettern! Ich suchen tagelang nach richtigen Pflanzen für meine Schluchten.

Werwolf (betrachtet die pflanzengefüllten Risse in Trolls Steinbauch): Wirrrklich gut gelungen.

Troll (strahlend): Lehm als Befestigung dient.

Gestaltenwandler: Ich nominiere mich für den Preis. Ich habe die Menschen in den Wahnsinn getrieben durch meine Elvis-Imitation.

Zauberer (gemein): So wir hunderte Menschen auch. Das ist kein Preis wert.

Gestaltenwandler (beleidigt): Und, was hast du besser gemacht?

Zauberer (blasiert): ICH habe die Ozonschicht irreparabel geschädigt.

Werwolf (knurrend): Ja, die Menschen drrrehen schon durrrch, weil sie statt Lichtschutzfaktorrr Fünf nun Zehn nehmen müssen.

Zauberer (geduldig): Wenn ich heut nicht gewinne, dann beim nächsten Mal in hundert Jahren.

Vampir: Danke auch, daffff du die Ffonnenkraft noch verfftärkt hafft, Arffchloch!

Zwerg: Ich für meinen Teil habe den halben europäischen Kontinent unterhöhlt. (klopft sich auf die Grubenlampe an seinem Helm) Bald wird alles einstürzen.

Kobold: Ich hab auf mein Gold aufgepasst. — Fass das nicht an!

Zwerg (unschuldig): Was denn?

Skelett (skeptisch): Hast du es auch diesmal richtig unterhöhlt, Zwerg? Beim letzten Mal sind nur dämliche Katakomben in Frankreich entstanden.

Zwerg (siegessicher): Ja, damals hab ich auch zu tief gegraben. Diesmal habe ich einfach die Stützen verstärkt, die Wände betoniert und den Untergrund gepflastert. So konnte ich ein wenig höher graben.

Skelett (schüttelt den Kopf, Knochen knacken): Wenn du alles verstärkt hast, wird das doch niemals einstürzen. Aber das ist der Sinn der Sache.

Zwerg (abwehrend): Ein Zwerg kann doch nicht schlechte Tunnel bauen! Das geht nicht! Das widerspricht unserer Natur!

Werwolf (nach einer langen, schweigsamen Pause): Ich habe eine Arrrmee aufgebaut, die die Menschen ausrrrotten wirrrd.

Skelett (beeindruckt): Wie viele Werwölfe stehen unter deinem Kommando?

Werwolf (zieht den Kopf leicht ein): Naja, also, ähm, also, puh, nunja, da wärrren ich und… Und… und meine Frrrau! … Naja, falls meine Frrrau Lust hat. Sie hat nämlich in letzterrr Zeit ziemlich oft Migrrräne. Seit derrr letzte Wurrrf erwachsen geworrrden ist… nun, also eigentlich nurrr… ich.

Skelett (sinkt in sich zusammen): Wer hat noch einen Vorschlag?

Fee (hebt anmutig die Hand): Ich war als Muse tätig. Ich habe den Schlager in die Köpfe der Menschen gebracht.

Alle (nach einer kleinen, atemlosen Pause): Donnerwetter!

Skelett: Mehr Wahnsinn kann man nicht erwarten. Ich denke, ich kann den Preis getrost an…

Elf (unterbricht): Moment, ich habe etwas viel Wahnsinnigeres getan! (nach einer gekonnten, spannungsgeladenen Pause) Ich habe Dieter Bohlens Comeback unterstützt.

Vampir (schlägt ein Kreuz): Heilige Maria, Mutter Gottes. Hast du den Verstand verloren?!

Elf (zuckt mit den silbrig glitzernden Schultern): Ich wollte gewinnen.

Hexe (klopft Elf auf die Schulter): Netter Versuch, Spitzöhrchen, aber jetzt lassen wir mal den Profi ran.

Troll: Ich dachten, hier es gehen um Kostüm.

Hexe: Ich rede auch nicht von dir, du Pseudoprofi. Ich rede von mir. Ich habe nämlich das Wahnsinnigste gemacht, das möglich ist. Ich habe die wahre Liebe abgeschafft.

(Stille.)

Hexe (angebend): Dazu musste ich nur die Scheidung erfinden und Amor in den Ruhestand schicken. Außerdem hab ich die Prinzipien der Ehe lächerlich gemacht und in jeden Menschen den Wunsch nach etwas oder jemand Besserem geweckt. Niemand gibt sich mehr zufrieden mit dem, was er hat und alle sind tief unglücklich. Achja und alle „Richtigen”, die Mr. und Mrs. Right, hab ich einfach in eine andere Zeitdimension geschickt. Jetzt gibt es auf der Erde keine wahre, ewige Liebe mehr (klatscht begeistert in die Hände).

(Stille.)

Hexe (schwärmend): Es war so einfach. So einfach. (gierig) Bekomme ich jetzt den Preis? (nimmt ihn aus den widerwilligen Händen von Tod) Danke. So und jetzt muss ich noch ein paar Drogen an Schulkinder verkaufen. Bis zum nächsten Mal! (geht ab)

Fee (schließlich): Das ist nicht gut.

Vampir (fährt seine Zähne ein): Daff ifst, um es deutlich zu sagen, beschissen.

Skelett (fassungslos): Keine Liebe mehr?

Kobold (mit Blick auf sein Gold): Wenn ich meine Richtige nicht finde, kann ich sie mit meinem Gold gar nicht beeindrucken.

Zwerg (traurig): Ich hab für meine Liebe schon einen netten, kleinen Erdhügel ausgehöhlt.

Werwolf (trübsinnig): Meine Frrrau wird nie wiederrr zufrrrieden mit mirrr sein. Sie ist auf ewig nurrr noch lieblos.

Skelett (seufzend): Meine auch.

Vampir: Das Blut von Verliebten schmeckt besser.

Ghul: Ihre Scheiße auch.

Fee (leise): Und wenn wir… wenn wir, also, wir könnten doch mal mit Amor sprechen. Nicht, dass wir den Plan von Hexe zunichte machen wollen, aber…

Ghul: Nein, nein, das hätten wir niemals vor. Aber wir könnten ihn auf die Tatsache hinweisen… dass, eh, dass…

Vampir (einspringend): Dass das Böse nicht richtig ohne das Gute funktioniert.

Alle (einstimmig): Ja!

***

Amor (verwirrt): Euch ist schon klar, dass ihr eigentlich böse seid, oder?

Elf (teilnahmslos): Ich bin nicht böse. Ich bin teilnahmslos.

Werwolf (achselzuckend): Menschen essen Schweine, ich esse Menschen. Ich bin auch nicht böse.

Fee (lieblich): Ich mache nur alle guten Musiker und Schreiber und Maler verrückt, aber eigentlich bin ich eine Muse. Ich bin auch nicht böse.

Vampir (kopfschüttelnd): Wegen dir bringen sich alle Stars mit siebenundzwanzig Jahren um. Das ist böse.

Fee (giftig): Ist es nicht. Ich mache in ihre Köpfe Musik, Worte, Bilder und Tanz. Das ist gut.

Skelett (verteidigend): Ich hole nur ihre Seelen ab und bringe sie in ihre Himmel. Ich bin auch nicht böse. Ich bringe sie schließlich nicht um. Ich hole sie nur ab.

Ghul: Und ich esse nur ihre Überreste und Ausscheidungen.

Zauberer: Ich mache den Menschen nur gerne Angst. Ich bringe sie nie wirklich in Gefahr.

Troll (verständnislos): Ich im Wald leben.

Gestaltenwandler: Ich nehme nur gerne ihre Form an.

Kobold: Ich pass auf mein Gold auf.

Zwerg: Ich baue sichere Tunnel.

Vampir (nach einer Pause): Was kuckt ihr mich jetzt alle so an? (zuckt mit den Schultern) Ich bin böse.

Zwerg: Du trinkst seit Jahren nur das Blut aus den Blutkonserven des Krankenhauses.

Vampir (abwehrend): Es schmeckt eben besser. Aber ich bin böse.

Zauberer: Ffuper böffe.

Vampir: Verarscht du mich?

Elf: Wann hast du das letzte Mal mit deinen ach so großen Zähnen zugebissen?

Vampir: Was habt ihr bloß alle immer mit meinen Zähnen?

Skelett (ungeduldig): Wann, Vampir?

Vampir (bockig): Vor gar nicht langer Zeit.

Troll: Wann du beißen?

Vampir (seufzend): Vor ein, zwei …Ta…Wo… Mo… Jahr… (noch ein Seufzen) Jahrhunderten.

Alle: Aha!

Amor: Also seid ihr alle gut und wollt deshalb die Liebe zurück.

Skelett: Nun, eh, ja.

Amor: Was krieg ich dafür?

Fee (böse): Einen Scheißdreck!

Ghul: Kommt gar nicht in die Tüte! Das ist meine Scheiße!

Amor: Ich hab von der Hexe eine Gratismassage im Wellnesshotel bekommen.

Skelett (beeindruckt): Echt wahr?

Fee (aufmüpfig): Von uns kriegst du gar nichts.

Amor: Aha. Dann kann ich ja wieder gehen. (erhebt sich)

Fee (einlenkend): Na fein. Aber ich hab mein Geld vergessen.

Amor (setzt sich wieder): Ich hab einen Vorschlag: Ich hab mein letztes Paar Schuhe bei Deichmann gekauft… Die sind nun im Arsch.

Vampir: Du willst Schuhe für die Rückkehr der großen Liebe von uns?

Amor: Ich renne den ganzen Tag mit einem dämlichen Bogen, bescheuerten, glitzernden Pfeilen, komischem Kraut auf den Kopf und einer verfickten Windel rum! Ja, ich will wenigstens vernünftige Schuhe!

Skelett (resignierend): Ich zahl die Hälfte. Ich vermisse den Sex.

Werwolf (wild nickend): Ich zahl die andere Hälfte.

Zauberer: Ich kümmere mich um die verschollenen Richtigen im Raum-Zeit-Kontinuum.

Fee: Ich bringe neue Geschichten, Lieder und Bilder über Liebe in die Welt.

Ghul: Ich fresse den anfallenden Müll.

Skelett: Ich hole die gebrochenen Herzen aus der Zwischenwelt.

Troll: Ich im Wald sein.

Gestaltenwandler: Ich verwandle mich in Brad Pitt.

Alle: Warum?

Gestaltenwandler: Warum nicht?

Elf (teilnahmslos): Ich sehe bei allem zu.

Vampir: Ich bringe Jungfrauen um und trinke ihr Blut… Was?! (zickig) Ich BIN böse!

Kobold: Ich passe auf mein Gold auf und putze meinen Regenbogen.

Amor (erhebt sich ganz): Dann wäre ja alles geregelt. Mal schauen, was sich daraus so ergibt.

***

Lady Annabell war eine echte Lady. Sie konnte stricken, töpfern, malen, Feste geben und richtig viel Geld beim Schneider lassen. Sie war charmant, nett, liebreizend, dumm wie Brot, bildhübsch und war in der Lage bei hundert Männern den reichsten auf Anhieb zu erkennen. Sie machte, was ihre Eltern ihr sagten, war Jungfrau — nicht nur vom Sternzeichen — und hatte keine blasse Ahnung von Sex. Sie ging fünfmal die Woche in die Kirche, um zu beichten, dass sie es mochte reich zu sein, obwohl sie eigentlich ihr ganzes Geld doch spenden sollte. Sie hatte nicht ein Gramm Falschheit in sich, aß wenig und beschwerte sich nicht, wenn ihre Zofe ihr Korsett zu eng schnürte. Sie mochte kleine, hübsche, pelzige Tierchen, bunte Kleider und Tratsch. Sie konnte sich den ganzen Tag mit nichts beschäftigen und schlief am Abend dennoch erschöpft ein. Anna war eine Lady, die vor vielen Jahrzehnten an gebrochenem Herzen starb. Als sie wieder erwachte, in dem Sarg in ihrer Familiengruft, und die Augen aufschlug sagte sie, wie eine ganz echte, propere Lady: „Also, für diesen Geruch bin ich nicht verantwortlich.”

***

Luciano hingegen war ein Vampir von der gefährlichen Sorte. Er war zwar niemals in die höheren Kreise seiner Zunft aufgestiegen, oder hatte in der Politik jemals mitgesprochen, doch er war wohl der gefährlichste aller Vampire. Einfach, weil er dämlicher war, als die Polizei erlaubte.

Er kannte die Gesetze der Vampire — genug Bücher darüber hatte er ja, weiß Gott, zu Lebzeiten gelesen — und verstieß auch nicht bewusst dagegen. Er war bloß einfach zu dämlich, um seine Existenz geheim zu halten. Er war einfach ein netter Junge mit nicht viel Grips.

„Hör mal, du brauchst keine Angst haben.”, erklärt er gerade einer jungen Diskobesucherin, die so blöd gewesen war, ihm nach draußen in den Park zu folgen. Luciano war nervös und ziemlich geil. „Ich beiße dich nur ein bisschen.”

Die Discoqueen betrachtete ihn mit dunklen Augen. „Ich dachte, wir ficken.”

„Nee”, meinte Luc und verlagerte sein Gewicht nervös von einem aufs andere Bein. „Ich bin ein Vampir, hab ich dir doch schon erklärt. Ich will nur dein Blut.”

Discoqueen kicherte. „Pervers biste also? Mir soll’s recht sein. Ich brauche echt nur mal wieder einen Schwanz in meiner Fotze.”

Luc sah sich leicht angewidert an. Nein, der kleine, dämliche Vampir stand gar nicht auf Gossensprache und Sexgerede. „Fo-Fotze? Ich glaube nicht, dass das eine Ausdruck ist, den eine Dame in den Mund nehmen sollte…”, ereiferte er sich stotternd.

„Aber deinen Schwanz soll ich in den Mund nehmen, richtig?”, sagte die Queen derb und drückte ihre Hüfte raus.

Luc trat einen Schritt zurück. „Um ehrlich zu sein, mir ist der Appetit vergangen. Ich wollte nur ein bisschen…”

Queen griff nach seinen Hemdaufschlägen. „Na, na, nicht so schnell mein Kleiner. Wollen wir doch mal sehen, wie sich dein Schwanz in Mamas Hand anfühlt.”

„Mama?”, keuchte Luc erstickt. Dann sprang er einen großen Schritt zurück. „Das ist eklig!”

Queen machte sich an die Verfolgung und packte in an seinen Shorts. „Ich will deinen Schwanz!”

Luc schrie laut und versuchte sich aus ihrem Griff zu lösen, keuchend machte er sich los und rannte aus dem Park. Dann wurde ihm klar, dass er schon wieder einer Frau seine Vampirsache erzählt hatte, ohne sie am Ende umzubringen. Er verfluchte sich lautlos und rannte rüber zum Friedhof, um sich in seiner Gruft auszuruhen. Sein Magen knurrte böse. Luc streichelte zärtlich darüber. „Tut mir leid, Sportsfreund. Ich verspreche dir, beim nächsten Mal beiße ich auch zu.”

Sein Magen knurrte nur skeptisch.

„Nein, ehrlich. Beim nächsten Mal mach ich’s echt.”

Sein Bauch lachte gluckernd.

„Ich schwör’s.”

Luc legte sich auf einen Steinsarg und verschränkte die Finger über seinem Bauchnabel. Die Sonne würde gleich aufgehen. Schließlich schloss er müde die Augen und riss sie wieder auf, als es dicht neben ihm klopfte.

Er sprang mit wild klopfendem Herzen auf und starrte den Steinsarg fassungslos an. Es klopfte wieder. Es klopfte von Innen gegen den Stein. Von Innen.

„Ist da wer?”, fragte er blöd.

„Nein.”, kam es von Innen. Noch blöder. Das Klopfen verstummte. Dann ein leises Flüstern. Schließlich der Laut eines Mädchens, das eine bahnbrechende Erkenntnis hat. „Warte mal, doch! Ich bin wer. Ich bin hier drin.”

„Echt?”

„Ja. Ja, ich glaub schon. Wo bin ich eigentlich?”, kam eine verwirrte Mädchenstimme von drinnen.

„In einem Sarg.”, erklärte Luc, nett wie er war.

Ein Kreischen. „Ich will hier raus. Hier liegt bestimmt eine Leiche drin. Hier riecht es ganz fürchterlich.”

Luc trat näher an den Sarg. „Ich kann dich da nicht rausholen. Die Platte ist viel zu schwer”, überlegte er. „Wie bist du da eigentlich reingekommen? Nur Tote gehören in einen Sarg!”, bestimmte er mit der Rechtschaffenheit eines Untoten, der auf der Welt der Lebenden wandelte.

„Ich weiß nicht.”, wimmerte es von Innen. „Aber ich will hier wirklich raus. Hol mich raus! Dann sag ich meinen Eltern, dass du mich gerettet hast und kriegst bestimmt einen großzügigen Lohn.”, lockte sie weinend.

Luc trat noch näher an den Sarg heran. Sein Magen knurrte und ließ ihn wissen, dass er etwas ganz anderes wollte. „Und wenn ich etwas anderes will?”, fragte er vorsichtig.

Einen Moment herrschte wieder Stille. „Du meinst einen Beweis meiner Gunst zu meinem heldenhaften Retter?”

„Nee, ich bin ein Vampir.”, sagte Luc und wollte sich gleich darauf selbst in den Hintern treten, weil er einfach nicht die Klappe halten konnte.

„Ein Vampir?”, kam es ehrfürchtig aus dem Sarg.

„Ja!”, protzte Luc, als endlich mal jemand seine Fähigkeiten anerkannte. „Und ich habe Hunger.”

„Meine Eltern könnten dir Häppchen anbieten, du wenn mich nach Hause bringst.”

„Aber ich trinke doch Blut.” Luc verschränkte eingeschnappt die Hände unter der Brust. Er hatte gedacht, dass dieses Mädchen das wusste und deshalb so ehrfürchtig war.

„Menschenblut?”

„Ja.”

„Ist das unchristlich?”, fragte sie mit Kleinmädchenstimmchen. „Ist das eine Sünde?”

Luc dachte lange nach. „Ich glaube nicht. Ich gehe jeden Sonntag in die Kirche und der Pfarrer hat noch nie davon geredet, dass Blut trinken eine Sünde ist.”

„Hm, ja, mir wurde das auch nie gesagt. Wenn du willst kannst du von mir Blut haben. Ich habe genug davon. Mein Arzt sagt immer, ich hätte sogar zu viel Blut und gibt mir immer Blutegel.”

„Blutegel?”

„Ja, so kleine, schwarze Raupen, die mein Blut absaugen. Wenn du mein Blut willst, kannst du es gerne haben. Geben ist christlich, nicht wahr? Das wäre etwas Gutes und ich komme in den Himmel. Jesus Blut trinke ich doch auch immer bei der Messe.”

„Ich glaube, da hast du recht. Ich versuche dich jetzt da rauszuholen.” Luc ging ganz an den Sarg heran und packte die obere Steinplatte. Schnaufend — er wusste nicht, dass ein Vampir keinen Atem nötig hatte — drückte er langsam, knirschenden für knirschenden Zentimeter die Steinplatte zur Seite. Ein derangierter, staubiger, blonder Kopf kam zum Vorschein. Das Mädchen blinzelte den Staub von ihren hellen Lidern und sah ihn strahlend an. „Mein Retter!”, hauchte sie und streckte die Arme nach ihm aus.

Er hob sie aus dem Grab und drückte sie beruhigend. „Alles in Ordnung?”

„Ja, ich glaube schon. Huch! Oh nein, sieh dir mein Kleid an, das ist ganz fleckig und schimmelig und verwest und hat so stinkende Flecken! Mein hübsches Kleid!”

Ungeschickt versuchte Luc die Flecken abzuklopfen.

„So kann ich doch nicht nach Hause gehen!”, heulte das Mädchen.

Luc überlegte lange. Sehr lange. „Wenn du mir deinen Namen verrätst, kann ich zu deinem Elternhaus gehen und deinen Eltern sagen, dass ich dich gefunden habe und sie bitten, dass sie mir ein neues Kleid für dich geben.”

„Du bist so schlau!”, himmelte das Mädchen ihn an.

„Ja.”, sagte Luc – plötzlich sehr eingebildet. „Wie heißt du also?”

Sie machte einen Schmollmund. „Erkennst du mich denn wirklich nicht? Ich stehe fast jeden Tag in der Gazette und der Times.” Sie sah ihn prüfend an. „Ich bin Lady Anabell!”

„Oh, echt?”, machte Luc erstaunt, bevor ihm einfiel, dass er keinen blassen Schimmer hatte, wer das war. Wahrscheinlich so eine Paris Hilton. „Und wo wohnst du?”

Sie sagte es ihm und setzte sich dann anmutig auf den Sarg, um zu warten.

Luc warf einen Blick aus dem Grufteingang. Die Sonne war leider schon aufgegangen. „Ähm, ich muss das leider auf den Abend verschieben. Ich vertrage keine Sonne.”

„Du auch nicht?”, fragte das Mädchen charmant. „Mein Arzt sagt mir auch immer, dass ich nicht viel in die Sonne darf, sonst kriege ich wieder zu viel Blut.”

Lucs Magen knurrte wieder böse. „Hast du jetzt gerade auch zu viel Blut? Ich habe nämlich schrecklichen Hunger.”

Sie zupfte ihre Frisur zurecht. Staub rieselte zu Boden. „Ich will dir gerne etwas Blut geben, aber wie macht man das?”

„Ich muss dir in den Hals beißen.”

Sie fasste nach ihrem weißen, milchigen Hals. „Oh, nein, das geht nicht. Das ist nicht schicklich.”

„Wo soll ich dich dann beißen? Am Bein?”

Sie strich ihren Rock züchtig über ihre Knöchel und sah ihn empört an. „Nein!”

„An der Hand?”

Sie betrachtete ihre Handfläche. „Dort werde ich ab und zu geküsst.”

Luc war überrascht, als Eifersucht in ihm anschwoll. „Geküsst?”, platzte er heraus.

„Ja, zur Begrüßung.”, erklärte sie. „Ich glaube, das geht in Ordnung, wenn du da trinkst.”

Luc war immer noch sauer, weil sie sich auf das Handgelenk küssen ließ, darum nahm er die dargebotene Hand grob an sich und senkte den Kopf. Er öffnete seinen Mund, drückte seine Lippen auf ihre Vene und biss zu.

„Aua!”, machte sie empört.

„Nulnignung.”, entschuldigte er sich und fühlte wie langsam ein bisschen Blut aus der Wunde löste und in seinen Mund quoll. Sein Magen gluckerte beigeistert, als er trank, saugte, trank, schluckte, trank, saugte…

„Ja.”, keuchte sie ekstatisch. Ihr Atem ging in hastigen Zügen. Ihre Brust hob und senkte sich schnell unter dem zerfransten Korsett. Ihre Beine gaben unter ihr nach. Sie zuckte leicht. Sie war gekommen bei dem Biss.

Luc ließ widerwillig von ihr ab. Blut rauschte durch seinen Körper. Frisches, lebendiges, unschuldiges, süßes, feuchtes, heißes Blut. Sein Schwanz hob sich, als er in dem ekstatischem Gefühl badete. Die Hitze, die durch seine Venen jagte, ließ ihn Bilder sehen. Bilder, in denen Ann über ein Parkett tanzte, in den Armen eines heiratswilligen Idioten. Er sah sie, wie sie das erste Mal ihre Periode panisch bemerkte. Er betrachtete sie, als sie auf ihrem Debüt nervös die Finger knetete. Er sah sie in jeder Minute. Sah ihr ganzes Leben in seinem Kopf. Sie war so wundervoll, so ehrlich, so liebreizend, so herrlich…

Er nahm ihre Hand und küsste sie leicht. Ließ dann seine Zunge vorsichtig über die kleinen Einstiche an ihrem Handgelenk gleiten, weiter über ihren Unterarm.

„Ich habe dein Leben gesehen.”, sagte sie plötzlich, wehrte sich nicht gegen seine zutraulichen Liebkosungen. „Als du mich gebissen hast.”

„Ich deins auch.”, flüsterte er und hob leicht den Kopf.

„Mein Herz schlägt ganz schnell.”

„Meins auch.”, log er, ohne es zu wollen.

„Ich liebe dich.”

„Ich liebe dich auch.”, schwor er feierlich.

***

Luc küsste seine Braut auf die Wange und führte sie in seine Wohnung. Oder zumindest eine Wohnung, die leer stand.

Er war verheiratet. Der Pfarrer, den sie mitten in der Nacht geweckt hatten, war zwar alles andere, als begeistert gewesen, doch Ann war nicht bereit mit ihm zu schlafen ohne den geistlichen Segen. Und nun war er ein Ehemann.

Sie kicherte, als er sie in ein Schlafzimmer führte. Sein Schwanz hatte sich nicht mehr gelegt, seit er sie gebissen hatte. Erregung strömte durch seine Adern in tiefen, dunklen, pulsierenden Wellen. Er küsste sie wieder, diesmal auf den Mundwinkel. Sie seufzte leise und schloss die Augen. „Liegen wir jetzt beieinander?”

„Ja.”, lächelte er dümmlich und zog sie in seine Umarmung. „Jetzt beginnt unsere Hochzeitsnacht.”

Mit einem Blick aus dem halb offenen Fenster, kicherte Ann: „Wohl eher Hochzeitstag.”

Luc sah zum Fenster und lächelte auch. Dann löste er sich von ihr und ging zum Fenster, um es gegen das Sonnenlicht zu verschließen. Die Rollläden klemmten und einige peinliche Minuten verbrachte Luc damit sie wieder zu lösen.

„Zauberei!”, hauchte Ann nur begeistert und winkte ihn zu sich. Als er vor ihr stand, das Bett im Rücken wurde sie plötzlich rot. Leise fragte sie: „Du hast mich gerade in der Kirche auf den Mund… deine Lippen haben… also… ich würde gerne…”

„Soll ich dich küssen?”, fragte er — ganz cool mit brechender Stimme.

„Ja?”

Er nahm ihre Hand und zog sie leicht zu sich. Dann hob er ihr Kinn, damit sie zu ihm aufsah und küsste sie leicht, wie in der Kirche. Sie schmatzte einen Kuss zurück, doch er hatte andere Pläne und ließ seine Lippen auf ihren verharren. Schließlich strich sein Mund leicht über ihre weichen Lippen. Sie fühlten sich an wie wundervolle, kleine, weiche, samtene Kissen. Er wollte sie schmecken und ließ seine Zungenspitze über sie gleiten. Sie keuchte und zog sich leicht zurück. „He!”

„So gehört sich das.”

„Echt?”

„Mhm.”, machte er und küsste sie wieder. Tupfte kleine, feine Küsschen auf ihre Lippen, bevor er seine Zunge wieder spielen ließ. Seine Zungenspitze befeuchtete den feinen Rand ihres Mundes, bis er glänzte. Sie öffnete ihn leicht, als sie nach Luft schnappte und sofort nutzte er die Gelegenheit und ließ seine Zunge in ihren Mundraum gleiten. Sie schmeckte gut, ein wenig abgestanden wie schale Cola, aber süß und fruchtig. Einfach perfekt.

Er ließ seine Zunge ihren Mund plündern, bemerkte überrascht und froh, wie ihre seiner entgegen kam. Sie war unschuldig und anfangs sehr ungeschickt, doch schließlich gewöhnte sie sich an das Spiel und machte begeistert mit.

Nach einer Weile ließ er ihr Gesicht los und seine Hände glitten über das morsche Korsett an ihrem Rücken. Vorsichtig suchte er die Schnüre und begann sie langsam zu lösen. Sie seufzte, als sie die Entspannung spürte und drängte sich weiter an ihn. Ihre Hüfte berührte dabei seinen steifen Schwanz und er zog zischend die Luft ein.

„Tut mir…”, begann sie, doch da küsste er sie bereits wieder. Nahm ihren Mund, plünderte ihn und beanspruchte ihn für sich selbst. Genau so ein Mädchen hatte er sich immer gewünscht, seit er vor zweihundert Jahren das Licht der Welt erblickte. Sie war so rein und altmodisch und wundervoll in ihren keuschen Berührungen. Sie umfasste seine Schultern, befühlte die Beschaffenheit seines Brustkorbs und fand seine Brustwarzen. Sie tastete sie ehrfürchtig ab und kicherte, als er erschauderte.

Seine eigenen Hände tauchten unter den aufklaffenden Stoff ihres Korsetts und berührten ihre nackte, cremige Haut. Er streichelte ihre Wirbelsäule entlang, immer weiter hinunter, bis der Stoff ihn aufhielt. Mit beiden Händen packte er den Stoff um ihre Hüfte und riss ihn auseinander. Das Kleid fiel in einem Kreis rund um ihre Füße. Ihre nackten Brüste drückten sich mit ihren Spitzen durch sein Hemd an seine Haut.

Er stöhnte und folgte erneut der Linie ihre Wirbelsäule, um am Ende ihre runden Pobacken zu umfassen. Das feste Fleisch in seinen Händen, umhüllt von ihren Unterrock, fühlte sich an wie der Himmel. Der Himmel in seiner apfelförmigen, sündigen Form.

„Darf ich… darf ich dir dein… Willst du…”, keuchte Ann, als sie sich von ihm losriss.

„Was?”, keuchte er ebenso atemlos.

Sie zerrte wortlos an seinem Hemd und lächelte glückselig, als er es sich über den Kopf zog. „Wundervoll.”, hechelte sie und strich mit ihren feinen, weiblichen Händen über seine Brust, kratzte leicht an seinen Brustwarzen, drängte ihre nackte, herrliche, warme Brust wieder an seine kühle Muskeln.

Er betastete wieder ihren Hintern, suchte den Verschluss, wurde aber immer wieder von ihrem warmen Fleisch abgelenkt. Küssend, wild ihre Berührungen fordernd, bewegte er sich auf das Bett zu, bis deine Kniekehlen gegen die Matratze stießen. Er setzte sich leicht, zog sie an sich, bis ihre Beine zwischen seinen waren. Dann ließ er von ihr ab und ließ sie sich aufrichten.

Bewundernd betrachtete er ihren vollkommenen, weichen, schneeweißen Bauch, der sich ganz leicht rundete. Die Haut war nicht so rau, fest, straff und hart wie an seinem Bauch. Sie war so weiblich und weich. Ehrfurchtsvoll ließ er seine Fingerspitzen über ihren Bauch streichen. Bis über ihren Bauchnabel versteckte der weißgelbe Unterrock ihr Allerheiligstes, doch das bemerkte er noch nicht. Noch war sein Blick auf ihre runden Brüste gerichtet. Diese sahnigen, hellen Brüste mit den hellrosa Brustwarzen und den steifen Nippeln. Ihre Vorhöfe hatten sich zusammengezogen und warfen feine, herrliche Fältchen. Fältchen, denen er mit der Zunge folgen wollte, bis er an ihren Nippel saugen konnte.

„Wollen wir jetzt beieinander liegen?”

Er nickte, ohne den Blick von ihren Brüsten zu wenden. Er erhob sich und rückte auf dem Bett nach hinten, um ihr Platz zu machen.

Kichernd kletterte sie ihm hinterher und kicherte. Er sah zu, wie bei ihren Bewegungen ihre Titten schwangen und zitterten. Lächelnd klopfte er neben sich aufs Bett. Sie legte sich neben ihn, gab ihm einen langen Kuss und legte sich dann zurück.

„Und jetzt machen wir ein Kind.” Damit bettete sie ihren Kopf auf das Kissen und schloss die Augen.

Er küsste sie lächelnd, doch diesmal schob sie ihn beiseite. „Nicht. Jetzt machen wir ein Kind.” Sie zog sich die Bettdecke zurecht und kuschelte sich hinein.

Er betrachtete sie, wie sie dick eingemurmelt in der Decke neben ihm lag und seine Liebkosungen abwies. „Und wie stellst du dir vor, soll das gehen?”

Sie ließ die Augen geschlossen. „Wir liegen beieinander.”

„Und weiter?”

„Und weiter… nichts.” Sie schlug die Augen auf und sah zu ihm auf. „Wir teilen das Ehebett. So macht man Kinder.”

Er lachte leise und küsste sie. Seufzend erwiderte sie den Kuss und ließ sich die Bettdecke abnehmen. „Jetzt machen wir Kinder.”, entschied Luc und nestelte an der Schnürung ihres Unterrocks. Langsam faltete er den muffigen Stoff auseinander und fand ihre langen, seidigen Beine, die von blonden, hellen Härchen wie Flaum bedeckt waren. Dort, wo sich ihre Beine sich trafen, bedeckte helles, gelocktes Haar ihr größtes Geheimnis.

Sie war altmodisch, weich, anschmiegsam und frisch. Jung und frisch und unverbraucht.

Sie rasierte sich nicht die wenigen, feinen, unsichtbaren Härchen auf ihren Beinen, weil sie es nicht kannte. Sie stutzte ihr Schamhaar nicht, weil sie es nicht nötig hatte. Das helle Dreieck war wie gemeißelt, so perfekt. Ihre rosige Haut schimmerte unter den Härchen. Tau glitzerte zwischen den verborgenen Lippen.

Die weiche Haut auf ihrem Bauch lud ihn ein, lud ihn ein, sein Gesicht daran zu reiben. Die Weichheit an seinem Gesicht zu fühlen. An seiner Haut.

Er beugte sich vor und pustete seinen heißen Atem auf ihre Haut, beobachtete die sich bildende Gänsehaut. Dann küsste er ihre Haut direkt über ihrem Schamhaar. Seine Finger legten sich wie von allein auf ihre Brüste. Er umfasste ihr Fleisch und wog es in den Händen. Seine Finger spitzen zogen feurige Linien auf ihrer Haut, folgten der Rundung ihrer Brust, drückten, kneteten ihre Brustwarzen, während seine Zunge feuchte Spuren auf ihrem Unterbauch zog. Selbst ihr Bauchnabel schmeckte köstlich.

Wie von selbst öffnete sie ihre Beine und der Duft ihrer Erregung umflutete sein erhitztes Gesicht. Tief sog er den Geruch ein, der nach feuchter Walderde und Lust roch. Seine Zunge glitt tiefer, fuhr durch die weichen, blonden Schamhaare, kämmte sie und drängte sich dann zwischen diese tief durchbluteten Lippen.

Sie stöhnte über ihm und kam seiner wortlosen Bitte nach, als sie ihre Beine noch weiter spreizte.

Luc setzte sich auf, ließ von ihren Brüsten ab und öffnete ihre Schenkel noch weiter, bis er Platz dazwischen fand. Tief atmend kniete er sich dazwischen und küsste schließlich ihr Knie. Langsam wanderten seine Lippen weiter nach oben, die Innenseiten ihrer Schenkel hinauf, sparte ihre Scham aus und küsste sich bis zu ihren Brüsten.

Ungeschickt streifte er seine Hose ab, schüttelte sie von seinem Schienbein und vergaß eine Socke.

Blut rauschte in seinen Ohren, sein nicht vorhandener Puls hämmerte in seinen Adern. Sein Schwanz pochte im Rhythmus seines Herzschlages. Ihr Blut hatte dieses Leben in seinen Körper geschickt. Ihr Blut nährte seine rauschende Lust. Er kämpfte gegen den Druck an, versuchte die Erregung in ihrem Körper zu schüren, damit sie zurückbekam, was er von ihr bekommen hatte. All das Leben, all die Leidenschaft.

Seine Lippen schlossen sich um ihre Nippel, seine Zunge flatterte um die kleinen, süßen, verschwitzten Fältchen ihrer Vorhöfe. Er schmeckte süßen Salz und fruchtige Frische. Er schmeckte sie. Ihr Leben, ihre Liebe.

Seine Küsse wanderten hinauf, über ihr Schlüsselbein, hinauf zu ihrem Hals.

„Bitte…”, keuchte sie nah an seinem Ohr. Er hatte gar nicht bemerkt, wie sehr sie unter ihm zuckte. Ihre Hüfte ruckte immer wieder, ganz nah an seinem Schwanz vorbei, dass er ihre heiße Nässe erhaschen konnte. Ihre Beine schlossen sich um seine Unterschenkel, ihre Finger zerkratzten seine Kopfhaut. Sie wimmerte, stöhnte, schrie, während er gemächlich an ihrem Hals den wunderbaren, rasenden Puls suchte. Seine Lippen erfühlten ihn als erstes. Dann zitterten auch seine Zähne über ihrer pulsierenden Halsschlagader.

Er senkte seine Hüfte. Sein Schwanz berührte erstmals ihr feuchtes, verschwitztes Fleisch. Sie hielt den Atem an, als sie die direkte Berührung wahrnahm. Auch sie erkannte den Unterschied.

Er stützte sich mit der Stirn in den Kissen ab, versuchte seine Zähne nicht von ihrem Hals zu lösen, als er mit einer Hand an ihrem Körper hinunter strich. Er drückte ihre Hüfte sanft zurück in die Matratze, umfasste seinen Schwanz und ließ ihn zwischen ihre Schamlippen gleiten. Feuchte erwartete ihn, und der liebende Schoss einer Frau.

Ann keuchte, als seine Eichel über ihren Kitzler strich und zuckte am ganzen Körper zusammen. Gegen ihren Hals hechelnd, fand er ihre Öffnung. Die samtige, feuchte, seidene, erwartungsvolle Öffnung, die ihn einlud. Er senkte seine Hüfte und sein Schwanz glitt in sie hinein. Heißes Fleisch, eng wie ein Handschuh erwartete ihn. So vollkommen wie sie selbst es war. Er drang weiter vor, sie zog sich um ihn zusammen, hieß ihn willkommen.

„Ja”, schrie sie auffordernd, flehend und angstvoll. Sie umfasste seine Schultern, schlang ihre Beine um seine Hüften und zog ihn weiter in sich.

Sein steifer Schwanz kämpfte sich weiter vor. Es gab keinen Widerstand, nur diese nasse Enge. Seine Zähne an ihrem Hals bohrten sich ebenfalls in kleinen Abständen in ihre unschuldig weiße, frische Haut. Während ihr kostbares Blut langsam seinen Mund füllte, versenkte er auch den letzten Rest seines Schwanzes im Schoß, in der Enge, in der Hitze, in der Nässe seiner Angebeteten. Sie kam, als er den ersten Schluck nahm. Sie kam wieder beim nächsten Schluck.

Er trank, als sich sein Mund wieder ganz gefüllt hatte und sie ihre Fingernägel in seinen Rücken schlug. Dann hob er seine Hüfte, senkte sich wieder in sie.

Blut lief über seine Lippen, rotes, frisches, nährendes Blut. Er schluckte es. Er stieß. Er trank. Er bohrte. Er saugte.

Sie gurgelte über ihm unverständliche Laute, spürte die Ekstase, so wie sie ihn überfiel. Sie zuckte immer unkontrollierter, schrie ihre Lust in die Welt, forderte, nahm und gab, ja gab…

Schließlich war es zu viel, als sie das letzte Mal kam, gar nicht mehr aufhörte zu kommen. Als sie, ihr Inneres, ihre Fotze ihn quetschte, ihn drückte, ihn molk, ihn in sich hineinsaugte. Es war zu viel, als der letzte Schluck den Orgasmus in ihm auslöste. Einen Orgasmus, der alles bis da gewesene dahinfegte. Sein Samen quoll aus seinem Schwanz hervor in dicken, sahnigen, cremigen Schüben und füllte ihren Schoß, füllte sie bis zum Bersten mit seinem Samen, mit seinem verfluchten, verdammten Vampirsamen.

Dann lagen sie aufeinander. Hechelnd, stöhnend, tief atmend, mit rasendem Puls.

Sie war die erste, die sich regte, strich durch sein Haar. „So macht man Kinder?”

„Ja.”, lachte er leise und richtete sich leicht auf.

„Ich weiß gar nicht warum meine Mutter immer sagte, dass dies die schlimmste eheliche Pflicht einer Ehefrau sei.”, kicherte sie. Dann seufzte sie und streckte sich wohlig. „Ich liebe dich, mein Liebling.”

Er küsste sie mit seinen blutverschmierten Lippen. „Ich liebe dich auch.”

***

Amor (stolz): Das haben wir gut hingekriegt, Sportsfreund.

Skelett (versucht vergeblich ein Stirnrunzeln): Sportsfreund? Ich bin nicht dein Sportsfreund. Ich bin der Tod.

Amor (abwinkend): Nur so ein Spruch. (streckt sich) Wirklich gut wieder im Geschäft zu sein. (mit Blick auf seine neuen Schuhe) Obwohl es mich wundert, dass gerade du dafür die Hälfte bezahlt hast. Ich meine… (macht eine kleine Geste)

Skelett: Was?

Amor (verlegen): Na… (wiederholt die Geste)

Skelett (sieht an sich herunter): Ich verstehe nicht…

Amor (nach einem vernehmlichen Räuspern): Naja, du vermisst den Sex, hast du gesagt und… nun…, also…, du hast da doch gar nichts… Da unten… Du hast doch keinen Schw… kein Fleisch…

Skelett (skelettartig grinsend): Das stimmt. Aber ich habe einen extra Knochen. Einen richtig GROßEN extra Knochen.

Amor (schnippisch): Angeber.

Skelett (giftig): Geh und wechsele deine Windel.

Amor (zickig): Putz dein Gerippe.

Skelett (angriffslustig): Putz deine Schuhe.

Amor (gemein): Arschloch.

Skelett (beleidigt): He! Jetzt nicht gemein werden! Ich hab nicht angefangen.

Amor: Doch, hast du.

Skelett (kindisch): Gar nicht wahr…

Amor (doppelt kindisch): Wohl wahr!

Hexe (auftauchend): Ihr blöden… Wenn ich euch in die Finger… Na wartet, ihr dämlichen…

Amor (ängstlich): Scheiße!

Skelett (panisch): Bloß weg hier!

***

Und die Moral von der Geschicht’: Frohes, neues Jahr mit viel Liebe und verhext euch nicht!